Der Bau der zweiten Stammstrecke in München erreicht einen bedeutenden Meilenstein. Mit einem neuen Auftrag, der im hohen dreistelligen Millionenbereich angesiedelt ist, wird die Deutsche Bahn (DB) die erste Hauptbaumaßnahme im Ostabschnitt der Strecke realisieren. Diese Arbeiten sollen im Juni 2025 beginnen und sind Teil eines umfassenden Projekts, das den S-Bahn-Verkehr in der Münchner Innenstadt optimieren soll, indem es eine zusätzliche Kapazität schafft und die Zuverlässigkeit des gesamten Systems erhöht.
Der Tunnel, der sich vom Marienhof bis zum Ostbahnhof erstreckt, wird eine Länge von etwa 2,9 Kilometern haben. Zu den Bauleistungen gehören die Errichtung von zwei Verkehrstunneln, einem Rettungsstollen, einem Tiefbahnhof am Ostbahnhof sowie mehreren Verbindungsbauwerken und neuen Gleisunterführungen, wie Deutsche Bahn berichtet. Insgesamt sind für die gesamte Strecke, die eine Gesamtlänge von etwa 10 Kilometern erreichen soll und unter anderem fünf neue Bahnhöfe umfassen wird, Bauarbeiten bis Mai 2033 geplant.
Projektumfang und Technologien
Der Auftrag umfasst verschiedene wichtige Bauleistungen, die unter der Leitung einer Bietergemeinschaft aus Hochtief Infrastructure und der Implenia AG durchgeführt werden. Neben den Tunneln werden auch Rettungsschächte und ein Abzweigbauwerk für eine mögliche spätere Erweiterung des Systems errichtet. Zu Spitzenzeiten werden über 500 Fachkräfte an dem Projekt arbeiten, um einen reibungslosen und effizienten Bauverlauf sicherzustellen, so Merkur.
Für die eigentliche Tunnelbohrung sind ab 2027 drei Tunnelbohrmaschinen vorgesehen, die mit einem Durchmesser von bis zu 8,70 Metern arbeiten werden. Der Tunnelvortrieb im Ostabschnitt soll voraussichtlich zwei Jahre in Anspruch nehmen. Solch innovative Technologien und umfangreiche Planungen sollen nicht nur die Leistungsfähigkeit der S-Bahn verbessern, sondern auch eine bessere Anbindung an den Flughafen ermöglichen und neue Regional-S-Bahnlinien einführen. Die gesamte Fertigstellung des Projekts wird zwischen 2035 und 2037 erwartet, wobei die Arbeiten in der Vergangenheit bereits von Verzögerungen und Preissteigerungen betroffen waren.
Schlussgedanken
Die zweite Stammstrecke stellt eine bedeutende Investition in die Zukunft des Münchner Verkehrsnetzes dar. Durch den Bau dieser Infrastruktur wird nicht nur die Kapazität der S-Bahn erhöht, sondern auch die Attraktivität des öffentlichen Verkehrs in der Region gesteigert. Die enge Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Bauunternehmen und Ingenieuren wird entscheidend sein, um die ambitionierten Ziele des Projekts zu erreichen und die fortschreitenden Anforderungen des städtischen Verkehrs zu bewältigen.