US-Präsident Donald Trump hat heute ein globales Zollpaket vorgestellt, das bereits jetzt für erhebliche Turbulenzen an den Börsen gesorgt hat. Das neu implementierte System beinhaltet pauschale Zölle von 10 Prozent auf Importe aus allen Ländern, wobei spezifischere Zölle festgelegt werden sollen, die ab dem 9. April in Kraft treten. Analysen deuten darauf hin, dass diese Entscheidung weitreichende Folgen für die Weltwirtschaft haben könnte.
Jerome Powell, der Chef der US-Notenbank Fed, hat bereits die Auswirkungen dieser Zollpolitik in Bezug auf steigende Inflation und langsameres Wachstum für die USA prognostiziert. Dies zeigt, wie ernst und weitreichend die wirtschaftlichen Konsequenzen des Zollpakets sind. Laut der UN-Konferenz für Handel und Entwicklung (UNCTAD) muss insbesondere mit schwerwiegenden Konsequenzen für ärmere Länder gerechnet werden, die überproportional vom Handelskonflikt betroffen sein könnten.
Der neue Zollmechanismus
Die neuen Zölle gelten für alle Importe, wobei am 9. April ein zusätzlicher Mechanismus für Länder mit hohem Handelsdefizit vorgesehen ist, der potenziell höhere Zölle zur Folge haben könnte. Besondere Aufmerksamkeit gilt denjenigen Waren, die von den Zöllen ausgenommen sind, darunter Stahl- und Aluminiumprodukte, Autos, Arzneimittel und Halbleiter. Dennoch warnen Experten, dass Trump möglicherweise bald Sonderzölle für diese ausgenommenen Waren ankündigen könnte.
Die erste Reaktion auf die Zölle ließ nicht lange auf sich warten; sowohl China als auch die EU haben bereits angekündigt, sich gegen die neuen Maßnahmen zu wehren. Die EU-Kommission hat dazu Gegenmaßnahmen vorbereitet und unterstreicht, dass sie nur auf Augenhöhe verhandeln möchte. Dies könnte den Beginn eines neuen umfangreichen Handelskonflikts markieren, in dem die EU, mit einem Anteil von 22 Prozent an der Weltwirtschaft, ihre Position gegenüber den USA behaupten möchte, die mit 25 Prozent leicht im Vorteil ist.
Negative Auswirkungen auf die EU
Nicht nur die Vereinigten Staaten müssen sich auf eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage einstellen. Auch die EU- Unternehmen stehen vor Herausforderungen. Ein Zollkonflikt mit den USA könnte die Exporte in erheblichem Maße beeinträchtigen. Simulationen zeigen, dass ein pauschaler Zollsatz von 25 Prozent auf EU-Waren die Exporte in die USA um bis zu 50 Prozent reduzieren könnte. Betroffen sind vor allem Schlüsselsektoren wie Pharmazeutika, Transportausrüstung und Kraftfahrzeuge.
Die vorliegenden Analysen legen nahe, dass das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) der EU durchschnittlich um 0,25 Prozent sinken könnte, während Deutschland einen Rückgang von etwa 0,33 Prozent hinnehmen müsste. Um den wirtschaftlichen Schaden abzufedern, erwägt die EU, ihre Handelsbeziehungen mit Freihandelspartnern wie Kanada, Mexiko und Japan zu vertiefen. Eine solche Strategie könnte erfolgreich die Abhängigkeit von der US-Nachfrage verringern und gleichzeitig neue Märkte für die eigenen Produkte erschließen.
In der Zwischenzeit äußern US-Politiker wie Senator Ted Cruz Bedenken über die möglichen negativen Auswirkungen der Zölle auf die Republikaner. Auch Kritiker aus der Denkfabrik American Enterprise Institute haben die Berechnung der Zölle als fehlerhaft und überhöht eingestuft. Die gegenwärtige Situation verdeutlicht, wie schwierig es ist, eine ausgewogene Handelsstrategie zu entwickeln, die sowohl die heimische Wirtschaft stärkt als auch internationale Beziehungen nicht gefährdet.