Am 2. April 2025 setzten mehr als 600 Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie ein starkes Zeichen für ihre Forderungen, als sie in Nürnberg für bessere Arbeitsbedingungen und faire Löhne streikten. Die Teilnehmer trugen Transparente und skandierten leidenschaftlich für eine Entgelthöhung von 6,5 Prozent sowie eine Erhöhung der Ausbildungsvergütung um monatlich 170 Euro. Darüber hinaus forderten sie eine Entlastungskomponente, die es den Beschäftigten ermöglichen würde, zwischen mehr Freizeit oder zusätzlichem Geld zu wählen. Andreas Hofmann, ein Mitglied der Tarifkommission, betonte die Notwendigkeit der Wertschätzung und fairer Löhne für die Arbeit der Beschäftigten. Er wies darauf hin, dass das bisherige Angebot der Arbeitgeber als zu gering und zu spät empfunden wird. Diese Meinung wurde auch von Andreas Weidemann, dem 1. Bevollmächtigten der IG Metall Nürnberg, geteilt. Er unterstrich die Dringlichkeit der Forderungen aufgrund der stetig steigenden Verbraucherpreise.
Die Stimmung unter den Streikenden war kämpferisch und entschlossen. Weidemann erwähnte, dass Tageswarnstreiks und eine Urabstimmung nicht ausgeschlossen werden würden, falls Arbeitgeber nicht bereit sind, die Angebote zu verbessern. Die nächsten Verhandlungen sind für den 9. April in Niedersachsen angesetzt, wobei die IG Metall plant, den Druck auf die Arbeitgeber weiter zu erhöhen, um die Anliegen der Beschäftigten wirksam zu vertreten.
Verbesserungen in der Tarifpolitik
Im Kontext der aktuellen Tarifrunde gibt es bereits erste Erfolge zu berichten. Die IG Metall hat ein neues Pilot-Verhandlungsergebnis erzielt, das einige Verbesserungen für die Beschäftigten vorsieht. Insbesondere die Regelungen zum T-ZUG (tarifliches Zusatzgeld) ermöglichen seit 2018 Beschäftigten mit Kindern, pflegebedürftigen Angehörigen oder in Schichtarbeit eine Wahl zwischen einem finanziellen Bonus und zusätzlichen freien Tagen. Ab sofort können Eltern für Kinder unter 12 Jahren freie Tage wählen, was eine Erhöhung der derzeitigen Regelungen darstellt.
Besonders positiv hervorzuheben sind die neuen Regelungen für Eltern:
- Zukünftig zwei Mal 8 Tage plus drei Mal 6 Tage für fünf Jahre mit zusätzlichen freien Tagen.
- Beschäftigte, die Angehörige pflegen, erhalten die gleiche Regelung.
- Teilzeit-Beschäftigte können ohne Einschränkungen zusätzliche freie Tage beantragen.
- Bei Beschäftigten in Wechselschicht besteht ab fünf Jahren Betriebszugehörigkeit die Option auf 8 freie Tage jährlich, ohne Begrenzung.
Die Frist zur Beantragung der freien T-ZUG-Tage wurde für 2025 bis zum 31. Januar 2025 verlängert. Ab 2026 steigt der T-ZUG B auf 26,5 Prozent des Eckentgelts, was zukünftig etwa 900 Euro entsprechen wird. Diese Regelungen sind Teil der Bemühungen, eine soziale Komponente für Beschäftigte mit niedrigeren Einkommen zu schaffen und unterstützen somit die Bemühungen der IG Metall, faire Arbeitsbedingungen zu fördern.
Die IG Metall sieht sich weiterhin in einer starken Position und ist entschlossen, die Verbesserungen für die Beschäftigten weiter voranzutreiben. Die aktuelle Tarifrunde und die Streiks unterstreichen die Dringlichkeit dieser Anliegen und die Bereitschaft der Gewerkschaft, für eine gerechte Entlohnung und bessere Arbeitsbedingungen zu kämpfen.
Für detaillierte Informationen zur Tarifrunde und den Forderungen besuche IG Metall sowie Nürnberg IG Metall.