Am 2. April 2025 feierte die Schützengesellschaft Enzian in Ochsenfeld ein festliches Ereignis im Rahmen ihres traditionellen Bockbierfests im Gasthaus Schißler. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Königsfeier, bei der neue Schützenkönige ermittelt wurden. Michael Mack durfte sich über den Titel des neuen Schützenkönigs freuen und erzielte dabei einen 168-Teiler. Seine Verfolger, Katharina Schmidt und Florian Leuschner, belegten die Plätze zwei und drei einer spannenden Konkurrenz.
In der Jugendklasse gab es ebenfalls Grund zur Freude: Benjamin Bredendiek wurde zum neuen Jugendkönig gekrönt und schoss einen 363,6-Teiler. Der erste Schützenmeister Franz Peter zeichnete die Teilnehmer des Königsschießens mit Sach- und Geldpreisen aus, was das Interesse an diesem fesselnden Schießsport weiter erhöhen dürfte.
Geschichte der Schützengesellschaft
Die Wurzeln des Schützenwesens in der Region reichen bis ins Jahr 1876 zurück, als Christoph Giess, Wilhelm Speidel und Josef Eichl die Schützengilde von Pyrbaum gründeten. In der Gründungsversammlung wurden 23 Schützen aufgenommen und die erste Schießstätte im Schlossgraben errichtet. Fortan prägten jährliche Vereinsschießen sowie Weihnachtsfeiern mit Preisverleihungen das Vereinsleben.
Die Schützengilde wuchs kontinuierlich und führte 1887 die bayerische Schützenordnung ein. Auf dem Weg zum Erfolg nahm die Gilde auch an zahlreichen Wettkämpfen teil, wie etwa dem 3. Oberpfälzischen Bundesschießen 1894, wo Balthasa Nerreter einen ersten Preis gewann. Leider wurde das Vereinsleben in den Jahren des Ersten Weltkriegs stark beeinträchtigt, und viele Mitglieder fielen im Krieg.
Moderne Entwicklungen im Schützenwesen
Mehr als ein Jahrhundert später genießt das Schützenwesen in Bayern eine durchschlagende Bedeutung. Ein beeindruckendes Beispiel ist das neue Haus der Schützenkultur in Illerbeuren, das die Geschichte des Schützenwesens von den Anfängen bis zu den Olympischen Spielen 1972 zeigt. Über 3000 Exponate, darunter historische Waffen und Schützenscheiben, zeichnen ein lebendiges Bild dieser Tradition.
Das Museum zeigt nicht nur die kulturellen Aspekte des Schützenwesens, sondern ermöglicht den Besuchern auch, selbst im Ambiente eines historischen Schützenfestes zu schießen. Diese interaktive Ausstellung, die sich über einen langen Zeitraum verzögerte, ist ein wichtiger Schritt, um das Schützenwesen als immaterielles Kulturerbe zu bewahren und einem breiten Publikum näherzubringen.
Der Deutsche Schützenbund, gegründet 1861, steht als ältester Sportverband Deutschlands hinter diesen Bemühungen. Frauen sind seit 1950 zunehmend im Schützensport vertreten, was die Vielfalt und das Engagement im Schützenwesen weiter erhöht. Die regelmäßigen Gau- und Bezirksmeisterschaften in Pyrbaum fördern zusätzlich die Nachwuchsarbeit und die Beliebtheit des Schießsports in der Region.