Archäologische Grabungen auf dem Schlossberg in Böblingen, die seit Herbst 2024 durchgeführt wurden, sind nun offiziell abgeschlossen. Das Grabungsfeld, das sich auf der Südseite des ehemaligen Schlosses befindet, wurde der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Im November 2024 wurden die Ergebnissse der Grabungen schließlich dem Gemeinderat präsentiert. Trotz des Abschlusses der Arbeiten stehen jedoch weiterhin Bauzäune und Container auf dem Gelände, welches zuvor als Parkplatz genutzt wurde. Die Zufahrt zu den Gebäuden auf dem Plateau ist inzwischen über die Parkflächen auf der gegenüberliegenden Seite verschoben.
Der Stuttgarter Nachrichten berichtet, dass die Grabungen durch das Landesdenkmalamt gefordert wurden und insbesondere im Bereich der historischen Schlossmauern durchgeführt wurden. Diese Maßnahmen sind Teil eines größeren Projektes, das möglicherweise die Kultur und Bildung in Böblingen neu definieren könnte.
Neubau und Bürgerbeteiligung
Im Oktober 2021 beschloss der Gemeinderat, das Projekt der Schlossberg-Bebauung voranzutreiben. Das Ziel ist es, einen Neubau zu errichten, der die Musik- und Kunstschule beherbergen soll. Des Weiteren soll der Neubau Raum für Gastronomie, Vereine und Veranstaltungen bieten.
Bis die Bauarbeiten beginnen, wird das Gebäude als Übergangsquartier für das Paul-Lechler-Schulzentrum genutzt, während die Schulgebäude in der Pestalozzistraße saniert werden. Öffentlichkeitsarbeit zum Projekt ist bereits seit März 2023 im Gange, um die Bürger umfassend zu informieren und einzubinden. Bürgerbeteiligung ist für die Planung vorgesehen, da die Stadtverwaltung zahlreiche Anregungen berücksichtigt.
Historische Bedeutung
Der Schlossberg hat eine bedeutende historische Vergangenheit, insbesondere seit der Bombennacht von 1943, als das Schloss zerstört wurde. Ein Masterplan zur Aufwertung der Altstadt wurde 2019 beschlossen und eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Bürgermeisterin Christine Kraayvanger hob die Wichtigkeit der Bürgerbeteiligung hervor und sieht in dem Projekt eine einmalige Chance zur Aufwertung der Altstadt.
Zusätzliche Herausforderungen ergeben sich durch die Notwendigkeit, beschädigte Bäume zu entfernen. Bestandsbäume, überwiegend Apfel-Dorn, weisen signifikante Schäden auf. Ein Ausgleich für die entfernten Bäume wird derzeit geprüft. Um das Bauwerk zu erhalten, werden die Bäume vor der Vegetationszeit, die vom 1. März bis 30. September dauert, gefällt. Der Bereich um den Schlosskeller bleibt jedoch aufgrund von Schäden durch Wurzelwerk und Setzungen weiterhin abgesperrt.
Die Website Schlossberg Böblingen informiert über die umfassenden Pläne und die nächsten Schritte, die notwendig sind, um das Projekt voranzubringen. Die Stadtverwaltung prüft zudem die Umsetzbarkeit des Vorhabens und die barrierefreie Erreichbarkeit.