Am 2. April 2025 steht ein 23-jähriger Berliner vor Gericht, der beschuldigt wird, durch rücksichtsloses Handeln mediales Interesse geweckt zu haben. Die Anklage wirft ihm vor, die Gesundheit und das Eigentum vieler Menschen aus niederträchtigen Motiven zu gefährden. Hintergrund sind die schweren Vorfälle in der Silvesternacht 2024/2025, in der in Berlin zahlreiche illegale Feuerwerkskörper, insbesondere Kugelbomben, gezündet wurden.
In der Silvesternacht registrierte die Polizei in Berlin über 1.500 typische Straftaten. Die Staatsanwaltschaft hat mittlerweile 89 dieser Fälle übernommen, weitere Ermittlungen sind im Gange. Insbesondere eine Razzia im Bezirk Schöneberg legte den Fokus auf acht Männer im Alter von 20 bis 25 Jahren, die verdächtigt werden, für die Explosion einer illegalen Kugelbombe verantwortlich zu sein. Diese detonierte in der Vorbergstraße und verursachte erhebliche Schäden an Autos, Häuserfassaden und Fensterscheiben. Fünf Personen wurden durch Glassplitter verletzt, darunter zwei, die Knalltraumata erlitten.
Schwere Folgen und Razzia
Die Detonation war so heftig, dass sie nicht nur materielle Schäden von geschätzten 100.000 Euro anrichtete, sondern auch zahlreiche Wohnungen unbewohnbar machte. An den Razzien, die unter der Leitung von rund 150 Polizisten stattfanden, wurden neben Pyrotechnik und Drogen auch eine Schreckschusswaffe entdeckt. Die Ermittlungen richten sich nicht nur gegen die mutmaßlichen Täter der Explosion, sondern auch gegen weitere Personen, die mit dem illegalen Handel von Sprengkörpern in Verbindung stehen.
Die Kugelbomben sind aufgrund ihrer immensen Explosionskraft in Deutschland illegal. Diese Vorfälle stehen nicht isoliert da, denn im gesamten Land gab es einen besorgniserregenden Anstieg an Verletzungen und sogar Todesopfern durch illegale Feuerwerkskörper. In der Silvesternacht wurden in verschiedenen Städten wie Brandenburg, Hamburg und Sachsen Personen durch solche Explosionsvorkommnisse ums Leben gebracht.
Politische Reaktionen und Präventionsmaßnahmen
Die Problematik des Einsatzes illegaler Feuerwerkskörper hat auch politisch hohe Wellen geschlagen. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner fordert von der Bundesregierung schärfere Maßnahmen und eine Verschärfung des Waffenrechts. Die Gewerkschaft der Polizei setzt sich für Grenzkontrollen ein, um den illegalen Import von Kugelbomben zu stoppen. CDU-Politiker Burkhard Dregger sieht die Ursache vor allem im Schmuggel aus Polen und Tschechien.
Die Zahl der Verletzten in der Silvesternacht war alarmierend. Im Unfallkrankenhaus Berlin mussten 42 Menschen behandelt werden, viele von ihnen aufgrund der gefährlichen Kugelbomben. Diese unkontrollierten Sprengkörper stellen einen ernsten Sicherheitsrisiko dar und haben nicht nur materielle, sondern auch menschliche Tragödien verursacht.
Die laufenden Ermittlungen und der bevorstehende Prozess gegen den 23-Jährigen zeigen, wie ernst die Lage ist und dass die Behörden alles daransetzen, um weitere Vorfälle dieser Art zu verhindern.