Die Zukunft der Integrierten Leitstelle (ILS) Oberland hat kürzlich eine entscheidende Wende genommen. Am 3. April 2025 verkündete der Zweckverband, dass die geplante Fusion mit der Integrierten Leitstelle in Fürstenfeldbruck abgesagt wurde. Damit bleibt die ILS in Weilheim bis mindestens 2027 erhalten, möglicherweise sogar länger. Diese Entscheidung folgt auf eine tumultartige Debatte, die seit Monaten die Region beschäftigt, und wurde in einer Pressekonferenz des Zweckverbandes vorgestellt.
Ursprünglich sollte die ILS in Weilheim geschlossen werden. Die Schließungspläne waren von einer Eigenbedarfskündigung des Mietvertrages durch den BRK-Kreisverband zum Jahresende 2025 ausgelöst worden. Schwierigkeiten bei der Suche nach geeigneten Ersatzräumlichkeiten und hohe Investitionskosten für potenzielle Standorte waren zusätzliche Herausforderungen, die in der Diskussion um die Fusion hervorgehoben wurden. In den letzten Monaten kam es zu Protesten von 30 Mitarbeitern der ILS Weilheim, die breite Unterstützung aus der Bevölkerung erhielten.
Entscheidung und Unterstützung
Der Vorsitzende des Zweckverbandes, Helmut Stork, äußerte sein Bedauern über die „Irritationen der letzten sechs Monate“. Ein Gutachten von Christof Chwojka hatte zudem klar gemacht, dass der Zeitpunkt für eine Umstellung ungünstig sei. Auch die bundesweite Notfallreform, die die Bedingungen für die ILS betreffen könnte, wurde nicht beschlossen, nachdem die Ampelregierung zerbrach.
Die ILS in Weilheim wird vom Bayerischen Roten Kreuz (BRK) betrieben. Vizepräsident Andreas Hanna-Krahl bekräftigte das Interesse des BRK an einer Verlängerung des Betreibervertrages bis mindestens 2027, idealerweise bis 2032. In einer Wendung gab der BRK-Kreisverband die Eigenbedarfskündigung zurück und sicherte zu, dass die ILS bis mindestens 2027 bestehen bleibt. Ein Zukunftskonzept soll in Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern entwickelt werden.
Fachkräftemangel und Zukunftsängste
Der Fachkräftemangel stellt eine erhebliche Herausforderung für die ILS dar. Aufgrund der Unsicherheiten rund um die ILS haben bereits drei Mitarbeiter ihren Job gekündigt. Ein Personalgutachten zeigt, dass die ILS Oberland mindestens zwei zusätzliche Einsatzleitplätze benötigt. Derartige personelle Engpässe könnten künftig die Einsatzbereitschaft beeinträchtigen.
Die ILS dient nicht nur der Alarmierung von Feuerwehr und Rettungsdiensten, sondern ist auch für die Sicherheit der Einwohner, Touristen und Übernachtungsgäste in der Region von entscheidender Bedeutung. Diese Aufgabe wird durch moderne Informations- und Kommunikationstechnik unterstützt, um schnelle und gezielte Alarmierungen zu ermöglichen. Laut Informationen des Bayerischen Landtags, der bereits 2002 die Einrichtung der ILS auf Initiative der Bayerischen Staatsregierung beschloss, sollen diese Dienste auch weiterhin auf hohem Niveau sichergestellt werden.
Angesichts der komplexen Rahmenbedingungen, die sowohl finanzielle als auch soziale Aspekte betreffen, bleibt die ILS in Weilheim ein zentrales Thema für die Region. Die kommenden Monate werden entscheidend sein, um die Weichen für eine stabile und sichere Zukunft zu stellen.
Für weitere Informationen zur ILS in Bayern und deren Organisation bietet die offizielle Webseite des Bayerischen Landtags umfassende Einblicke.
Die Entwicklungen rund um die ILS in Oberland sind ein klares Signal, wie wichtig die Integration und Qualität der Notfallversorgung für die Bürger ist und wie sehr die Mitarbeiterschaft in dieser kritischen Zeit gefragt ist, um einen reibungslosen Betrieb zu gewährleisten. Diese Informationen wurden unter anderem von Merkur sowie von BRK bereitgestellt.