Am 4. April 2025 versammelten sich zahlreiche Trauernde beim Gedenkstein unterm Stein in Gmunden, um der Bergopfer zu gedenken, die in den österreichischen Bergen geblieben sind. Die Gedenkfeier begann um 17:00 Uhr und wurde von Mag. Jakob Stichlberger, dem Pfarrer aus Bad Ischl, zelebriert. Die Veranstaltung wurde durch die klangvolle Umrahmung der Bürgermusik Bad Ischl bereichert, die für eine angemessene musikalische Untermalung sorgte.
Besonders in den Mittelpunkt der Gedenkfeier rückt die Erinnerung an Stadtpfarrer Mag. Christian Öhler, der am 1. September 2024 beim Abstieg vom Traunstein tragisch verstorben ist. Weitere namentliche Gedenken galten den verstorbenen Franz Brucker, Adriana Jordan Elmore, Gerald Feldhammer, Martin Heim und Markus Gratzl, deren Leben zwischen 2022 und 2024 endete. Unter den Anwesenden waren auch der Bürgermeister von Gmunden, Mag. Stefan Krapf, sowie weitere lokale Politiker, Angehörige und Bergfreunde.
Kerzen für die Toten
Die Angehörigen hatten die Möglichkeit, persönliche Kerzen für die Opfer zu entzünden und gemeinsam Gebete zu sprechen. Ein Gedicht von Manfred Spitzbart und Mag. Dr. Christoph Mizelli ergänzte die bewegende Zeremonie und verlieh ihr eine besondere emotionale Tiefe. Das gemeinsame Singen des Liedes „Hoamatland“ setzte einen weiteren Akzent der Verbundenheit und des Gedenkens.
Organisiert wurde die Andacht von Manfred Spitzbart, der von den Naturfreunden OÖ stammt und darüber hinaus die Gedenkstätte das ganze Jahr über betreut.
Alpine Sicherheit im Fokus
Die Gedenkfeier fand vor dem Hintergrund einer besorgniserregenden alpinunfallstatistischen Lage statt. Laut dem Österreichischen Kuratorium für Alpine Sicherheit (ÖKAS) stieg die Anzahl der Verunfallten und Verletzten in der vorangegangenen Wintersaison 2023/24. Insgesamt wurden 106 Personen tödlich verletzt. Besonders tragisch ist, dass 26 Menschen auf Pisten oder Skirouten, 20 bei Skitouren und 16 beim Wandern ihr Leben verloren haben. Diese Zahlen liegen leicht unter dem 10-Jahres-Mittel von 109 Toten, jedoch ist der Anstieg der Verunfallten besorgniserregend.
Insgesamt wurden 5.173 Verletzte registriert, deutlich über dem 10-Jahres-Mittel von 4.926. Zudem wurden 7.517 Verunfallte, einschließlich Verstorbenen, Verletzten und Unverletzten, bei 4.831 Unfällen erfasst. Die Analyse zeigt, dass 63 % der Unfälle auf Pisten oder Skirouten stattfanden, häufig verursacht durch Kollisionen (60 %).
Besondere Aufmerksamkeit erfordern zudem die gesundheitlichen Aspekte, da Herz-Kreislauf-Störungen die häufigste Ursache bei Alpintoten waren (27 %). Tirol verzeichnete die meisten Alpinunfälle, insgesamt 45 % davon, sowie 29 % der Todesfälle. Die Monate Jänner, Februar und März stellten mit 74 % die gefährlichsten Zeiträume dar.
Berichte über den Wetterverlauf zeigen, dass der Winter von besonderen Wetterlagen bestimmt war, die sowohl extrem warme Temperaturen als auch schneereiche Höhenlagen umfassten, während die tiefen Lagen frühzeitig schneefrei blieben. Trotz dieser Herausforderungen bleibt der Wintersport ein zentraler Bestandteil der alpinen Kultur, dessen Sicherheit kontinuierlich in den Fokus gerückt werden muss. Diese Tragödien, wie sie bei der Gedenkfeier in Gmunden gewürdigt wurden, erinnern uns eindringlich an die Risiken, die mit dem Bergsport verbunden sind.