Die Kultur des Karnevals lebt und blüht, insbesondere bei den Frauen, die traditionsgemäß eine zentrale Rolle während der Festlichkeiten übernehmen. Am 27. Februar 2025, dem Unsinnigen Donnerstag, feierten die „Narrischen Deiblitzer Weiber“ in Schwandorf diesen besonderen Anlass mit einem bunten Programm. Das elfköpfige Team präsentierte sich als fesselnde Disney-Figuren und trat dabei an verschiedenen Orten in der Gemeinde auf. Zu den Auftritten gehörten der Rathaussturm am Vormittag, der Besuch im Seniorenheim Phönix am Nachmittag sowie der Höhepunkt, der Weiberfasching des Frauenbunds am Abend. [mittelbayerische.de] berichtet, dass die Vorbereitungen für die Veranstaltung drei Monate in Anspruch nahmen, wobei alle Mitglieder ihre kreativen Ideen in die Entwicklung der Darbietung einbrachten.
Die Gruppe setzt sich aus engagierten Frauen zusammen: Maria Steger, Maria Dickert, Inge Hofmann, Jutta Wolf, Andrea Roidl, Erika Messmann, Stephanie Messmann, Sonja Steinbauer, Michaela Koller, Petra Jobst und Kerstin Hampel. In diesem Jahr fand nicht nur die 21. Erstürmung des Rathauses statt, sondern es wurden bereits erste Überlegungen für die Feierlichkeiten im Jahr 2026 angestellt. Es wird darauf hingewiesen, dass interessierte Frauen jederzeit Kontakt zu Maria Steger aufnehmen können, um sich den „Narrischen Deiblitzer Weibern“ anzuschließen.
Die Tradition der Weiberfastnacht
Weiberfastnacht, ein fester Bestandteil der Karnevalszeit, wird vor allem von Frauen gefeiert und markiert den Beginn der Straßenkarnevalsfeierlichkeiten. Der Tag fällt auf den Donnerstag vor dem Aschermittwoch, was im Jahr 2025 der 27. Februar ist. Zu dieser Zeit schließen viele Geschäfte um 11:11 Uhr, und die Menschen strömen verkleidet auf die Straßen, wo bunt geschmückte Paraden stattfinden. Diese Tradition ist nicht nur ein Spaß, sondern hat auch eine tiefere historische Bedeutung, da sie die Rolle der Frauen in der Gesellschaft ins Rampenlicht rückt. [germangirlinamerica.com] hebt hervor, dass Weiberfastnacht ursprünglich als eine Zeit galt, in der Frauen, oft durch das Tragen von Masken und das Konsumieren von Alkohol, subversiv die Kontrolle übernahmen.
Der Name „Weiberfastnacht“ verweist direkt auf die zentrale Rolle der Frauen im Rahmen dieser Feierlichkeiten. Historisch gesehen wurde zu dieser Zeit die soziale Hierarchie umgekehrt, wobei Frauen Herrschaft ausübten. Der Brauch des Krawattenabschneidens von Männern, symbolisch für die Übernahme der Macht, ist nach wie vor ein fester Bestandteil der Feierlichkeiten. Für jeden abgeschnittenen Krawatten erhalten Männer im Austausch einen „Bützchen“ – einen kleinen Kuss. Diese Tradition datiert bis in die 1940er Jahre zurück und erfordert das Einverständnis beider Parteien.
Die Wurzeln der Fastnacht
Die Ursprünge der Fastnacht gehen bis ins Mittelalter zurück, wo Bräuche zur Feier der Zeit vor der 40-tägigen Fastenzeit etabliert wurden. Während dieser Zeit mussten verderbliche Lebensmittel verbraucht werden, was den Rahmen für Festlichkeiten und Ausgelassenheit bot. Der Begriff „Fasching“ leitet sich von „Fastenschank“ ab, dem letzten Genuss von Alkohol vor dem Verzicht. Die Feierlichkeiten wurden zum Ventil für soziale Spannungen und zur Möglichkeit, Kritik an der herrschenden Klasse zu üben. Fastnacht hat sich bis heute als ein wichtiges Element des kulturellen Erbes etabliert. [nationalgeographic.de] beschreibt, dass die Fastnacht und ihre Bräuche heute nicht nur als Festlichkeiten, sondern auch als eine Möglichkeit zur Förderung des sozialen Zusammenhalts und der Identität in Gemeinschaften interpretiert werden.
Insgesamt repräsentieren die Feierlichkeiten der Weiberfastnacht und die Aktivitäten der „Narrischen Deiblitzer Weiber“ nicht nur den Spaß und die Ausgelassenheit der Karnevalszeit, sondern auch die tief verwurzelten Traditionen, die bis in die Vergangenheit zurückreichen und deren Bedeutung heute noch relevant ist.