Die Protestbewegung der Querdenker erlebt neue Herausforderungen und ein wachsendes Zusammentreffen mit rechtsextremen Gruppen. Am 22. März 2025 fand eine Querdenker-Demo in Stuttgart statt, die zeitgleich mit ähnlichen Veranstaltungen in anderen Bundesländern durchgeführt wurde. Laut ZVW war die Demonstration geprägt von einer deutlichen Neonazi-Beteiligung. Die Veranstalter wiesen im Vorfeld darauf hin, sich von Extremismus abgrenzen zu wollen, dennoch fehlten in der Praxis nennenswerte Abgrenzungsversuche während des Geschehens.
Dokumentierte Vorfälle während der Demo beinhalteten den Hitlergruß und das „White Power“-Handzeichen. Auch die Flaggen der Friedenstauben waren auffällig, während rechtsextreme Gruppen wie „Der Störtrupp“ und „Pforzheim Revolte“ sichtbar unter den Querdenkern marschierten. In sozialen Medien meldete sich die Querdenker-Szene nach der Veranstaltung positiv über die hohe Teilnehmerzahl zurück. Kritische Kommentare über die Polizei und Gegendemonstranten wurden ebenfalls geäußert. Laut einem Interview mit einem Aktivisten der „Jungen Nationalisten“ gab es in diesen Kreisen jedoch Skepsis gegenüber der Querdenker-Bewegung. Insbesondere bleiben Fragen offen, wie die intentionierte Distanzierung von extremistischen Gedanken konkret umgesetzt werden kann.
Mobilisierung und Ankündigungen
Am Samstag, dem 2. April 2025, plant die Querdenker-Szene bundesweit in mehr als einem Dutzend Städten zu demonstrieren. Die Infos dazu werden über Telegram verbreitet. Thematisiert werden dort unter anderem die Einführung flächendeckender Grenzkontrollen, die Opposition zur Unterstützung der Ukraine und die Wahrung der Meinungsfreiheit, wie RND berichtet.
Unter den Städten, in denen die Proteste stattfinden sollen, sind Berlin, Dresden, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Gera, Magdeburg, Stuttgart, Kassel, Hannover, München, Nürnberg und Mainz verzeichnet. Auch in Karlsruhe, Reutlingen und Balingen in Baden-Württemberg sind ähnliche Veranstaltungen bereits angekündigt. In mehreren Städten haben dazu auch Rechtsextreme ihre Teilnahme bekannt gegeben, unter anderem mobilisieren junge Neonazis in Stuttgart und Reichsbürger in Kassel.
Eskalation der Situation
Die derzeitigen Entwicklungen sind nicht das erste Mal, dass die Querdenker-Bewegung mit extremistischen Elementen in Verbindung gebracht wird. Frühere Demonstrationen, die während der Corona-Pandemie stattfanden, zogen Zehntausende an und waren häufig ein Sammelpunkt für unterschiedliche ideologische Strömungen. Die neue Welle an Protesten ist zum Teil eine Reaktion auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine.
Antifaschistische Zusammenschlüsse wie „Widersetzen“ haben bereits zu Gegenprotesten und Blockadeaktionen in mehreren Städten aufgerufen. Ein besonders großes Augenmerk liegt auch auf einer geplanten rechtsextremen Demonstration in Berlin-Friedrichshain, bei der mehr als sieben Kilometer zurückgelegt werden sollen. Hinter dieser Veranstaltung steht der Aachener Ex-AfD-Politiker Ferhat Sentürk, und der Frontmann der rechtsextremen Hooligan-Band Kategorie C, Hannes Ostendorf, soll ebenfalls auftreten.
Die öffentliche Aufmerksamkeit richtet sich zunehmend auf die weitreichenden Verbindungen zwischen Querdenkern und Rechtsextremisten. Ein Bericht des Verfassungsschutzes hat bereits die verstärkte Vernetzung dieser Gruppen beobachtet. Experten und Beobachter befürchten, dass diese Entwicklungen eine Eskalation sowohl der Mobilisierung als auch der Gewaltbereitschaft mit sich bringen könnten.