Die Polizei Bad Reichenhall sucht nach einem 64-jährigen Mann aus dem Landkreis Berchtesgadener Land, der seit Freitagvormittag vermisst wird. Bei diesem Fall handelt es sich um eine besorgniserregende Situation, da der Vermisste möglicherweise in einem psychischen Ausnahmezustand ist. Trotz mehrerer durchgeführter Suchmaßnahmen konnte sein Aufenthaltsort bislang nicht festgestellt werden. Ein Foto des vermissten Mannes wurde veröffentlicht, um die Suche zu unterstützen. Die Polizei bittet alle Zeugen, die den Mann seit Freitag, 9 Uhr, gesehen haben, sich unter der Telefonnummer 08651/9700 zu melden. Diese Informationen wurden von der Passauer Neuen Presse bereitgestellt.
Meldungen von vermissten Personen sind in Deutschland häufig, und das Bundeskriminalamt (BKA) befasst sich intensiv mit solchen Fällen. Gegründet im Jahr 1951, übernimmt die „Vermisstenstelle“ des BKA verschiedene Aufgaben. Bei vermissten Personen wird grundsätzlich von einer Gefährdung ausgegangen, wenn sie unerklärlicherweise abwesend sind. Besonders bei minderjährigen Vermissten bleibt die Polizei aktiv, um sicherzustellen, dass sie schnellstmöglich in die Obhut ihrer Sorgeberechtigten zurückgeführt werden. Nahezu täglich werden in Deutschland 200 bis 300 neue Vermisstenmeldungen erfasst. Laut den aktuellen Statistiken sind fast 10.000 Menschen als vermisst registriert, und die Lage bleibt in den letzten Jahren konstant.
Die Auswirkungen von Vermisstenmeldungen
Eine Person gilt in Deutschland als vermisst, wenn es Anzeichen dafür gibt, dass sie sich in einer Gefahrensituation befindet. Dies stellt die Polizei vor Herausforderungen, da jeder Fall individuell bewertet werden muss. Vor allem bei Erwachsenen, die über 18 Jahre alt sind, kann es vorkommen, dass sie nicht als vermisst gelten, es sei denn, es bestehen konkrete Anzeichen für eine Gefahr. Bei den aktuellen Fallzahlen lässt sich auch feststellen, dass ein Großteil der vermissten Personen männlich ist; etwa zwei Drittel der Fälle betreffen Männer, während die häufigsten Gründe für das Verschwinden vielfältig sind.
Das BKA dokumentiert alle vermissten Personen in dem Informationssystem der Polizei (INPOL). Daten, die relevant für die Ursachen und Umstände des Verschwindens sind, werden gesammelt, um die Suche zu optimieren. Im Jahr 2024 waren beispielsweise rund 18.100 Kinder als vermisst gemeldet, von denen 96,7 % bis zum Jahresende wieder aufgeklärt werden konnten. Dies zeigt, dass die Aufklärungsquote bei vermissten Minderjährigen sehr hoch ist.
Die Salind GPS Plattform bekräftigt, dass ungefähr 3 % der vermissten Fälle länger als ein Jahr ungelöst bleiben. In nahezu der Hälfte der Fälle gelingt es, diese innerhalb der ersten Woche zu klären. Um die Suche zu unterstützen, werden heute oft auch digitale Spuren verwendet, einschließlich der Ortung von Handys. Bei akuten Gefahren werden groß angelegte Suchaktionen unter Einbeziehung von Bereitschaftspolizei und lokalen Rettungsdiensten durchgeführt.
Besonders gefährdet sind häufig Senioren oder Personen, die allein leben. Der Fall des 64-jährigen Mannes aus Bad Reichenhall verdeutlicht die Dringlichkeit solcher Suchaktionen und die Bedeutung von Meldungen aus der Bevölkerung. Jeder Hinweis kann entscheidend sein für das Auffinden vermisster Personen.