Am Mittwoch, den 2. April 2025, beginnt Carlo Ancelotti, der Trainer von Real Madrid, seinen Prozess wegen mutmaßlicher Steuerhinterziehung in der spanischen Hauptstadt Madrid. Der Vorwurf, der sich auf die Jahre 2014 und 2015 bezieht, beinhaltet die nicht ordnungsgemäße Angabe von Einkünften aus Bildrechten. Die spanische Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, dadurch über eine Million Euro an Steuern hinterzogen zu haben. Diese Summe beträgt konkret 1,06 Millionen Euro, was die Steuerbehörden zu einer entsprechenden Anklage veranlasst hat.
Die Anklage fordert eine Haftstrafe von vier Jahren und neun Monaten. Der Prozess wird voraussichtlich zwei Tage dauern und es ist verpflichtend, dass Ancelotti persönlich anwesend ist. Bereits im vergangenen Jahr wies Ancelotti die Vorwürfe als „alte Geschichte“ zurück und zeigte sich optimistisch hinsichtlich einer baldigen Klärung seines Falls. In diesem Kontext ist zu beachten, dass Ancelotti angibt, die entsprechenden Gelder bereits an das Finanzamt gezahlt zu haben und seine Unschuld betont.
Hintergrund des Falls
Der Prozess gegen Ancelotti fällt in eine Reihe von ähnlichen Verfahren, die die spanische Justiz gegen Fußballstars führt. In der Vergangenheit wurden bereits prominente Namen wie Cristiano Ronaldo, Lionel Messi und José Mourinho wegen Steuervergehen verurteilt. Die spanischen Behörden haben sich in den letzten Jahren verstärkt dafür eingesetzt, Steuerhinterziehung im Profifußball zu bekämpfen. Ancelottis Fall steht im Einklang mit diesem eigenen harten Vorgehen.
Der Vorwurf gegen Ancelotti beinhaltet, dass er seine Bildrechte an ein Netzwerk aus Treuhändern und Briefkastenfirmen im nichtspanischen Ausland abgetreten hat, wodurch die Erlöse von rund drei Millionen Euro für die spanischen Steuerbehörden nicht sichtbar waren. Während seiner Zeit in Spanien war Ancelotti bis Oktober 2015 dort steuerpflichtig. Später behauptete er, nach seiner Entlassung im Mai 2015 nicht mehr in Spanien residiert zu haben.
Die berufliche Laufbahn Ancelottis
Carlo Ancelotti gilt als einer der erfolgreichsten Trainer in der Geschichte des Fußballs, mit insgesamt fünf Champions-League-Siegen. Er war von 2013 bis 2015 Trainer bei Real Madrid und kehrte 2021 in die Rolle zurück. Sein Vertrag läuft bis 2026. In den letzten Tagen sind Gerüchte aufgekommen, dass Xabi Alonso, der Trainer von Bayer 04 Leverkusen, möglicherweise Ancelottis Nachfolger bei Real Madrid werden könnte. Diese Spekulationen geben dem bereits angespannten Umfeld um Ancelotti zusätzliche Brisanz.
Unklar bleibt, ob eine Einigung mit den Steuerbehörden, die möglicherweise aus einer Nachzahlung und einer Geldstrafe bestehen könnte, zustande kommen kann. Sollte Ancelotti verurteilt werden, könnte eine Haftstrafe in Höhe von weniger als zwei Jahren zur Bewährung ausgesetzt werden.
Insgesamt ist der bevorstehende Prozess nicht nur ein persönlicher Prüfstein für Ancelotti, sondern auch ein weiterer Schritt in der für die spanische Justiz zunehmend relevanten Thematik der Steuerhinterziehung im Fußball. Die Augen der Öffentlichkeit sind nun auf Madrid gerichtet, während wir abwarten, wie dieser entscheidende Fall sich entwickeln wird.
Weitere Informationen und Details zum Prozess finden Sie in den Artikeln von Trendyone, tz und Süddeutsche Zeitung.