Der deutsche Autozulieferer Rüster schließt seinen historischen Standort in Deggingen, Baden-Württemberg. Diese Entscheidung wurde im Rahmen der Unternehmensrestrukturierungen bekannt gegeben, die nach der Übernahme durch das türkische Unternehmen Bayrak Lastik im Jahr 2023 getroffen wurden. Die Schließung des Standortes erfolgt Ende Mai 2025, und alle dort tätigen Mitarbeiter sind von Kündigungen betroffen.
Die Rüster-Gruppe, die für ihre Produkte zur Schwingungsdämpfung, Dichtung, Isolierung und Interieurteile bekannt war, entstand aus der Fusion mehrerer Unternehmen. Sie hat in der Vergangenheit Autohersteller sowie Zulieferer beliefert. Leider musste Rüster bereits 2021 Insolvenz anmelden und meldete im November 2022 ein weiteres Insolvenzverfahren an. Die Übernahme durch Bayrak Lastik, die im Mai 2023 bekannt gegeben wurde, umfasste alle vier deutschen Standorte und rund 600 Mitarbeiter.
Deggingen – Ein traditionsreicher Standort geht verloren
Der Standort in Deggingen hat eine lange Geschichte: Er wurde 1949 als Presswerk zur Herstellung von Rohlingen für Textilmaschinen gegründet. Doch trotz der traditionsreichen Verbindung ist der Standort seit langer Zeit nicht mehr rentabel, was die Geschäftsführung letztendlich zur Schließung zwang. Laut dem Sachverwalter Martin Mucha von der Kanzlei Grub Brugger wird das Unternehmen nach der Abwicklung des Asset Deals einen Neustart wagen müssen, jedoch ohne den Degginger Standort.
Nach der Schließung wird die Bayrak Technik GmbH weiterhin die verbleibenden Standorte in Rehburg-Loccum, Gedern und Lauda-Königshofen betreiben, an denen insgesamt rund 440 Mitarbeiter beschäftigt sind. Dies zeigt die Bemühungen von Bayrak Lastik, den Rest des Unternehmens zu stabilisieren und sich auf profitablere Bereiche zu konzentrieren.
Die Situation bei Rüster ist nicht einzigartig. Ein weiteres Unternehmen, der Autozulieferer Hella, plant ebenfalls die Schließung eines Standorts in Baden-Württemberg Ende März 2025. Diese Entwicklungen zeigen, wie herausfordernd die wirtschaftliche Lage für viele Unternehmen in der Automobilzulieferindustrie geworden ist.