In der Stadt Schwenningen steht eine grundlegende Entscheidung über die Schulversorgung der Zukunft an. Der Umbau des Schulgebäudes Hallerhöhe zur neuen Grundschule war bereits auf der Tagesordnung des Technischen Ausschusses, doch wurde dieser Punkt kurzfristig abgesetzt. Grund hierfür ist ein umstrittener Vorschlag, die Schüler dauerhaft in Container-Modulen am nahegelegenen Schulzentrum Deutenberg unterzubringen, was geschätzte Einsparungen von 4,5 Millionen Euro ermöglichen könnte. Dies berichtet der Südkurier.
Die Idee, die Kinder in Containern zu unterrichten, sorgte für Empörung und Skepsis unter Eltern und Lehrervertretern, die am 1. April eine Ortsbesichtigung durchführten. Ursprünglich war die Container-Unterbringung als temporäre Lösung während der zweijährigen Umbauphase der Hallerhöhe geplant. Doch jetzt zeichnet sich ab, dass die Container möglicherweise als dauerhafte Lösung in Betracht gezogen werden.
Aktuelle Situation und Herausforderungen
Das Schulgebäude Hallerhöhe, welches zuvor als Außenstelle des Gymnasiums diente und während der Corona-Pandemie als Teststandort für Abstriche genutzt wurde, stellt jetzt eine wichtige „Auslagerungsmöglichkeit“ für den Schulverbund am Deutenberg dar, dessen Sanierung im Gange ist. Derzeit fehlen in Schwenningen rund 170 Grundschulplätze. Dies macht eine grundlegende Um- und Erweiterung der Hallerhöhe zu einer Zweizügigen Grundschule mit acht Klassen notwendig. Der Schwarzwälder Bote weist darauf hin, dass seit 2022 der Standort der neuen Grundschule auf Hallerhöhe festgelegt wurde, was ihn umso bedeutender macht.
Oberbürgermeister Jürgen Roth äußerte Verständnis für die Verunsicherung der Eltern und betonte, dass die Überlegung zur Container-Schule aus finanziellen Gründen getroffen wird. Der Vorschlag zur dauerhaften Container-Unterbringung bleibt bislang ein Denkmodell. Es gibt derzeit keine Priorisierung zwischen den Optionen, die Schüler zwei Jahre lang auszulagern oder sie dauerhaft in Containern zu unterbringen.
Finanzielle Überlegungen
Die Stadtverwaltung wird nun beide Optionen prüfen und ihre Ergebnisse im Mai zur Entscheidung vorlegen. Der Hintergrund ist die dringende Notwendigkeit, die Verschuldung der Stadt, die Anfang 2024 bei 20 Millionen Euro lag, bis Ende 2025 auf etwa 80 Millionen Euro zu erhöhen. Dies erfordere Maßnahmen, um die städtische Verschuldung bis 2028 auf maximal 175 Millionen Euro zu begrenzen. Für diesen angespannten Haushalt wurden bereits Einsparvorschläge in Höhe von 100 Millionen Euro aufgelistet, deren Details im Dezember bei der Haushaltsverabschiedung präsentiert werden sollen.
Der Teil des Gebäudes, der für die neue Grundschule vorgesehen ist, wird derzeit generalsaniert. Als Folge dieser Arbeiten wird es notwendig sein, dass die Erstklässler vorübergehend in einem Containerdorf unterrichtet werden, das am Rand eines großen Sportplatzes steht, wie der Schwarzwälder Bote berichtet.
Diese Entwicklungen werfen ein Licht auf die Herausforderungen der Schulbaupolitik in Deutschland und machen deutlich, wie wichtige Entscheidungen oft aus finanziellen Überlegungen getroffen werden. In Städten wie Berlin, wo innovative Architektur und nachhaltige Bauprojekte in Schulen umgesetzt werden, sieht man, dass Schulbau auch kreativ und zukunftsgerichtet gestaltet werden kann. Beispiele wie das neue Gymnasium am Ostbahnhof in Friedrichshain zeigen, dass Schulen als multifunktionale Räume gedacht werden können, die über den reinen Unterricht hinausgehen. Der Fokus auf nachhaltige Materialien und moderne Raumkonzepte könnte auch in Schwenningen als Anreiz dienen, alternative Lösungen zu finden.