Ravensburg entwickelt sich weiterhin dynamisch, trotz der Herausforderungen, die der Einzelhandel in den letzten Jahren erfahren hat. Am 3. Juli wird in der Bachstraße 46 der Optiker „eyes + more“ eröffnen, der die Räumlichkeiten des ehemaligen „Kenny S. Store“ bezieht. Der neue Shop wird rund 115 Quadratmeter groß sein, wobei etwa die Hälfte der Fläche als Verkaufsraum dient. Der Rest wird für Messungsräume und Personalbereiche genutzt. Das Team wird aus einem Augenoptikermeister, einem Fachoptiker, einem Filialleiter und mehreren Kundenberatern bestehen. „eyes + more“ hat mittlerweile 285 Filialen und zeigt damit eine klare Expansion im Einzelhandel.
In der unmittelbaren Nachbarschaft wird der Konkurrenzkampf durch Apollo-Optik angeheizt. Zudem hat kürzlich der „Anwari Super Market“ in der Adlerstraße 8 eröffnet, der asiatische Lebensmittel anbietet. Die Bäckerei Frick hat ihren Standort von der Adlerstraße 4 auf die Nummer 3 verlegt. Fraglich bleibt, was in die leerstehenden Räumlichkeiten in der Adlerstraße 7 einziehen wird. Der Einzelhandel in Ravensburg zeigt weiterhin Bewegung: „Schuhmoden Simon Select“ ist Anfang März in die Bachstraße 43 umgezogen, während die frühere Filiale in der Eisenbahnstraße 33 leersteht. Auch der Friseur Coco hat seine Räume gewechselt und ist nun am Marienplatz 21 zu finden.
Neue Betreiber und Herausforderungen
In der Unteren Breite Straße 28 hat das „Kosmetikinstitut Ravensburg“ eröffnet, das Dienstleistungen im Bereich Hautpflege anbietet. Exotisch wird es in der Rosenstraße, wo sowohl das Studio „Smart Tattoo Art“ von Susann Hänig als auch der Barbershop „Goldenfinger“ ihre Pforten geöffnet haben. Darüber hinaus gibt es bereits Pläne für eine Nachnutzung des ehemaligen Erlebnis-Cafés Tekrum Kambly in der Bachstraße 27, jedoch sind Details noch nicht bekannt.
Am 5. April wird das Modeunternehmen Reischmann ein Outlet in der Bachstraße 25 eröffnen, was eine willkommene Ergänzung zu den bestehenden Einzelhandelsangeboten darstellt. Dennoch bleibt die Situation im Ravensburger Einzelhandel angespannt: Nachfolgen für den ehemaligen Esprit-Store in der Schulgasse 2-4 sowie in der Unteren Breite Straße 3 werden gesucht. Das Einrichtungsgeschäft „Freistil“ in der Roßbachstraße 9 hat seit Ende März geschlossen, bedingt durch eine Kündigung des Mietvertrags. Darüber hinaus wird „Juwelier Bareis“ am 10. Mai auf dem Marienplatz 9 schließen. Foto Bantle in der Charlottenstraße 19 ist ebenfalls dauerhaft geschlossen und steht zum Verkauf.
Strategien zur Belebung der Innenstadt
Die Stadt Ravensburg plant, leerstehende Geschäfte mit bekannten Markenshops zu füllen. In diesem Zusammenhang berichtet die städtische Abteilung für Wirtschaftsförderung, dass derzeit bis zu 20 Geschäfte in der Altstadt leerstehen. Mit einem Durchschnitt von 15 bis 20 Leerständen in der Altstadt bei insgesamt 440 Geschäftsflächen liegt der Leerstand unter fünf Prozent. Der Leerstand in Ravensburg wird im Vergleich zu anderen Städten als erträglich eingeschätzt, da neue Anbieter schnell die Geschäfte wieder füllen.
Das Leerstands- und Ansiedlungsmanagement ist von zentraler Bedeutung für die städtischen Bemühungen. Ravensburg fungiert als Einkaufs-Magnet für eine große Region, die bis nach Vorarlberg und die Ostschweiz reicht. Bekannte Markenshops aus größeren Städten zeigen Interesse an neuen Filialen in Ravensburg, auch wenn die Identität der Interessierten derzeit geheim bleibt. Die Suche nach geeigneten Immobilien läuft weiterhin, und neue Nutzer werden in den nächsten zwei bis drei Monaten für mehr als ein Viertel der leerstehenden Läden erwartet.
Um die Innenstadt zu beleben, hat die Stadt eine Reihe von Projekten zur Kundenanwerbung initiiert. Diese beinhalten unter anderem einen kostenlosen Busverkehr an Samstagen sowie Vergünstigungen beim Parken in der Marienplatz-Tiefgarage, wo die erste Stunde kostenlos ist. Um das Stadtbild zu verbessern, werden auch Kunstwerke in den Schaufenstern leerstehender Läden ausgestellt, auch wenn die Umsetzung aufgrund der angespannten Finanzsituation der Stadt eingeschränkt ist. Diese Maßnahmen sind notwendig, um dem Einzelhandel neue Impulse zu verleihen und Touristen sowie lokale Konsumenten anzuziehen.