Neun Vereinsvertreter aus Lahr haben kürzlich an einem Workshop teilgenommen, der sich der Ansprache junger Menschen widmete. Diese Veranstaltung wurde von Heiko Bäßler von der Akademie für Jugendarbeit geleitet und hatte das Ziel, die Vereine in der Region bei der Entwicklung passgenauer Angebote für die Jugend zu unterstützen. Marco Schwind, Engagementkoordinator des Landratsamtes Ortenaukreis, betonte im Rahmen des Workshops die zentrale Rolle von Vereinen in der Freizeitgestaltung und der Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen. Der Workshop fand in Kooperation mit der Stadt Lahr sowie der Vernetzungsstelle für Bürgerschaftliches Engagement des Landratsamtes Ortenaukreis statt.
Ein wesentlicher Schwerpunkt des Workshops lag auf der Erarbeitung praxisnaher Strategien zur jugendgerechten Gestaltung des Engagements. Zu den Themen gehörten die Entwicklung engagementfreundlicher Strukturen und das Erkennen der Potenziale der eigenen Vereine. Andreas May von der Stadt Lahr wies auf die Bedeutung der Auseinandersetzung mit den Bedürfnissen junger Menschen hin, um deren aktives Mitwirken zu fördern.
Zukunftsorientiertes Engagement
Am Freitag, den 4. April, wird ein zusätzliches Treffen zwischen Lahrer Jugendlichen und den teilnehmenden Vereinen im Schlachthof stattfinden. Die Veranstaltung beginnt um 16.30 Uhr und soll junge Menschen über die Vielfalt von Engagementmöglichkeiten informieren sowie neue Ehrenamtliche gewinnen.
Die Notwendigkeit solcher Initiativen wird durch die aktuelle Engagementstrategie des Bundes untermauert, die am 4. Dezember 2024 beschlossen wurde. Laut bmfsfj.de engagieren sich in Deutschland fast 29 Millionen Menschen freiwillig. Diese neue Strategie zielt darauf ab, das freiwillige Engagement zu stärken, insbesondere in Bereichen wie lokale Vereine, Unterstützung für geflüchtete Menschen und den Klima- und Umweltschutz.
Insgesamt engagiert sich über ein Drittel der Bevölkerung Deutschlands freiwillig, was erheblich zum gesellschaftlichen Zusammenhalt beiträgt. Die Strategie, die die 2010 verabschiedete „Nationale Engagementstrategie der Bundesregierung“ ersetzt, umfasst fünf strategische Ziele, darunter die Stärkung des freiwilligen Engagements in Krisenzeiten, die Ermöglichung von Teilhabe sowie den Umgang mit strukturellen Herausforderungen.
Zusätzlich wurden über 10.000 Menschen in den einjährigen zivilgesellschaftlichen Beteiligungsprozess einbezogen, der der Entwicklung der Strategie zugrunde lag. Auf diesem Weg wurden über 8.300 Ideen eingereicht, die aus den Befragungen von über 200 Organisationen und kommunalen Spitzenverbänden hervorgingen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Bundesfamilienministerin Lisa Paus großen Wert auf eine inklusive und innovative Engagementpolitik legt.
Im Kontext des vierten Engagementberichts, der ebenfalls am 4. Dezember 2024 veröffentlicht wurde, wird aufgezeigt, dass soziale Unterschiede und Barrieren wie finanzielle Hürden und Zeitmangel existieren, die die Beteiligungsmöglichkeiten einschränken. Die Strategie wird alle zwei Jahre überprüft und weiterentwickelt, um die Rahmenbedingungen für das freiwillige Engagement kontinuierlich zu verbessern.
Die Initiativen auf lokaler Ebene, wie der Workshop in Lahr, spiegeln somit die größeren gesellschaftlichen Bestrebungen wider, mehr Menschen für ein freiwilliges Engagement zu gewinnen und gleichzeitig den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. Dies ist besonders wichtig angesichts der Herausforderungen, die gesellschaftliche Veränderungen und die digitale Transformation mit sich bringen.