Ab dem 1. März 2025 wird in den Gemeinden Forst und Hambrücken im Landkreis Karlsruhe die bisher geltende Stallpflicht für Geflügel aufgehoben. Diese Maßnahme wurde zuvor aufgrund der Vogelgrippe, auch bekannt als Geflügelpest, vom Landratsamt verhängt. Nach intensiven Untersuchungen konnte jedoch kein Nachweis von Geflügelpest mehr erbracht werden, was zur Aufhebung der Beschränkungen führt, wie SWR berichtet.
Die Aufhebung der Stallpflicht erlaubt es den Geflügelhaltern, ihre Tiere wieder im Freien zu halten. Zudem sind Geflügelausstellungen und Märkte in beiden Gemeinden wieder zulässig, was für die lokale Geflügelwirtschaft eine erfreuliche Entwicklung darstellt.
Hintergrund der Stallpflicht
Die Stallpflicht war zunächst notwendig geworden, da die Vogelgrippe durch verschiedene Subtypen des Influenza A-Virus grassierte. Besonders betroffen von dieser Krankheit sind Hühner, Puten sowie Wassergeflügel wie Enten und Gänse. Bislang seien in Forst bereits 133 Vögel im Zusammenhang mit der Geflügelpest getötet worden, während im Dezember letzten Jahres über 300 Vögel in Forst und Hambrücken gekeult werden mussten, darunter 200 in Hambrücken und 133 in Forst.
Die aktuellen Maßnahmen basieren darauf, dass bereits durchgeführte Tests in den Parks von Forst keine positiven Befunde ergeben haben. In Hambrücken wird die zweite Testung für den 13. März 2025 erwartet, bis dahin bleiben Teile des Parks geschlossen.
Vogelgrippe in Deutschland
Die Situation in Deutschland ist angespannt, da im Januar 2024 neun Ausbrüche von hochpathogenem aviärem Influenzavirus (HPAIV) H5 bei Hausgeflügel gemeldet wurden. Dabei waren vier Legehennenbetriebe, vier Privathaltungen sowie ein Putenmastbestand betroffen. Besonders bedrohlich ist der bestätigte Subtyp H5N1, der auch bei Wildvögeln nachgewiesen wurde, wie auf FLI dargelegt. Von den 31 Fällen im Wildvogelbestand entfallen viele auf Nonnengänse im Wattenmeer.
Seit November 2023 sind zudem vier neue Genotypen des HPAI in Deutschland aufgetreten, wobei der Genotyp Ger-11-23-N1.1 bis Dezember 2023 vorherrschte. Diese Entwicklungen stellen eine ständige Gefahr für die Geflügelbestände und die Landwirtschaft insgesamt dar.
Die Gesundheit der Tiere und die Sicherheit der Verbraucher stehen im Fokus der Behörden, die stetig die Situation überwachen und notwendige Maßnahmen ergreifen. Tierhalter werden dazu aufgerufen, bei Auffälligkeiten umgehend ihren Tierarzt zu kontaktieren und die Empfehlungen der Behörden zu befolgen.