Am 28. Februar 2025 wurde im Gemeinderat von Calw eine Bevölkerungsvorausrechnung präsentiert, die Aussicht auf ein zukünftiges Wachstum der Stadt gibt. Dennoch stellt der Wohnraum in Calw eine große Herausforderung dar, da in den letzten Jahren weniger Wohnraum gebaut wurde, als notwendig wäre, um die steigende Nachfrage zu decken. Die prognostizierte Zunahme der Bevölkerung hat entscheidende Auswirkungen auf die Zuweisungen, Umlagen, Steuereinnahmen sowie die Zukunftsplanung der Stadt. Wichtige Planungsfragen betreffen die Anzahl der benötigten Kindergärten und Schulen, die Schaffung von Wohnbau- und Gewerbeflächen sowie den Bau von Altersheimen.
Die Stadt Calw beauftragte den Statistiker Tilmann Häusser mit der Durchführung der Bevölkerungsvorausrechnung, um eine fundierte Grundlage für die kommunale Planung zu schaffen. Laut den Ergebnissen dieser Rechnung wird die Bevölkerungszahl von Calw laut [schwarzwaelder-bote.de] in den kommenden Jahren vermutlich ansteigen, was jedoch nicht ohne Herausforderungen bleibt.
Historischer Kontext und Bevölkerungsentwicklung
Calw, im östlichen Rand des Nordschwarzwaldes gelegen, kann auf eine lange Geschichte zurückblicken und wurde bereits 1075 urkundlich erwähnt. Am 1. Januar 1975 entstand die heutige Gemeinde Calw-Hirsau durch den Zusammenschluss mehrerer Gemeinden. Weitestgehend als Großstadt eingestuft, hat die Stadt eine Gemarkungsfläche von 5.988 Hektar und war im Jahr 2009 die größte Gemeinde im Landkreis Calw mit 23.275 Einwohnern, dokumentiert durch [statistik-bw.de].
Die demografischen Entwicklungen in den letzten Jahren zeigen jedoch eine leicht rückläufige Tendenz. Zwischen 1999 und 2009 verzeichnete Calw einen Bevölkerungsrückgang von 0,5%, was unter dem Kreisergebnis von -0,2% liegt. Prognosen deuten darauf hin, dass die Bevölkerung bis 2030 weiter abnehmen könnte, mit einer Schätzung von etwa 22.500 Einwohnern.
Wirtschaftliche Rahmenbedingungen
Das wirtschaftliche Umfeld in Calw ist geprägt von einem hohen Anteil an sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Dienstleistungssektor, der rund 56% der Beschäftigten ausmacht. Die Stadt verfügt über eine Steuerkraftmesszahl von 681 Euro je Einwohner, die jedoch unter dem Landesdurchschnitt von 921 Euro liegt. Auch die Schuldenlast von 2.118 Euro pro Einwohner ist die zweithöchste im Landkreis.
Der Altersdurchschnitt in Calw lag im Jahr 2009 bei 42 Jahren, wobei der Anteil der über 65-Jährigen von 15% auf 19% anstieg. Gleichzeitig stieg die Anzahl der Wohnungen zwischen 1999 und 2009 um 6,5% auf rund 10.700. Dies verdeutlicht den Bedarf an zusätzlichem Wohnraum in der Stadt, während die Beschäftigtenzahl in der Region von 7.900 auf 7.300 sank.
Kulturelle Angebote und Lebensqualität
Calw ist nicht nur für seine wirtschaftlichen Gegebenheiten, sondern auch für seine kulturellen Veranstaltungen bekannt. Die Stadt hat das Prädikat Luftkurort und bietet eine Vielzahl von Sehenswürdigkeiten, darunter das Hermann-Hesse-Museum. Kulturelle Höhepunkte sind der Calwer Hermann-Hesse-Preis sowie der Calwer Klostersommer in Hirsau, die beide zur Lebensqualität der Stadt beitragen.
Insgesamt ist die Entwicklung in Calw sowohl von Herausforderungen als auch von neuen Chancen geprägt. Die demografischen Veränderungen erfordern eine strategische Planung, um den Anforderungen der wachsenden Bevölkerung gerecht zu werden, während gleichzeitig die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und kulturellen Angebote die Attraktivität der Stadt steigern.