Am 2. April 2025 präsentierte Polizeipräsident Uwe Stürmer die Kriminalstatistik 2024 des Polizeipräsidiums Ravensburg. Die Zahlen zeigen einen erfreulichen Rückgang der registrierten Straftaten um fast 9 % im Vergleich zum Vorjahr. So wurden insgesamt 27.196 Straftaten erfasst, was das zweite Jahr in Folge einen Rückgang bedeutet, da 2023 noch rund 29.788 Delikte registriert wurden. Im Vergleich zu 2022 ist dies ein Rückgang von mehr als 3.400 Straftaten. Laut die Bildschrimzeitung entspringt dieser Rückgang einem Gesamttrend in der Region, der auch die Kreise Sigmaringen und den Bodenseekreis umfasst.
Die Aufklärungsquote in Ravensburg liegt bei über 67 %, was knapp 5 % über dem Landesdurchschnitt ist und zu den besten Werten in Baden-Württemberg zählt. Stürmer beschreibt die Sicherheitslage als objektiv gut, obwohl die gefühlte Sicherheit vieler Bürger hinter den realen Zahlen zurückbleibt. In einem breiteren Kontext weist SWR darauf hin, dass die Kriminalstatistik auch für den Kreis Konstanz positive Entwicklungen zeigt.
Positive Entwicklungen und Herausforderungen
Besonders auffällig ist der Rückgang der Wohnungseinbrüche, welche mit 140 Fällen den zweitniedrigsten Wert der letzten zehn Jahre erreicht haben. Diese positive Entwicklung steht jedoch im Kontrast zu einem Anstieg der Sexualdelikte um rund 15 % im Vergleich zum Vorjahr. Dieser Anstieg wird möglicherweise durch eine erhöhte Sensibilisierung und verändertes Anzeigeverhalten der Betroffenen bedingt. Besonders besorgniserregend ist die Zunahme von Fällen im Zusammenhang mit Kinderpornografie. Die Zahl der tatverdächtigen Kinder stieg von 353 im Jahr 2020 auf 600 im Jahr 2023, bevor sie 2024 auf 521 sank, was jedoch weiterhin über dem Niveau vor der Pandemie bleibt.
Die Analysen zeigen auch, dass jüngere Kinder in der Altersgruppe von 10 bis 13 Jahren häufig Ladendiebstähle und Sachbeschädigungen begehen. Experten bemerken einen Zusammenhang zwischen dem steigendem Gewaltpotenzial und negativen Einflüssen durch Social Media sowie den Folgen der Corona-Pandemie. Die Gewalt gegen Polizeikräfte ist im Jahr 2024 um 10,6 % auf 346 Fälle gesunken, bleibt jedoch auf einem hohen Niveau. Trotz der Rückgänge beklagen Experten eine zunehmende Respektlosigkeit gegenüber staatlichen Institutionen.
Sicherheitslage im Kontext
In einem breiteren Rahmen betrachtet, weist die Kriminalstatistik von Baden-Württemberg für 2024 einen Rückgang von ca. 1 % auf 587.330 Straftaten auf, was der niedrigste Wert seit Jahren ist. Die Gesamtkriminalitätsbelastung liegt bei 4.882 Straftaten je 100.000 Einwohner. Die Aufklärungsquote für das gesamte Bundesland liegt bei 60,3 %, was den Rückgang der Gewaltdelikte und einen Anstieg politisch motivierter Kriminalität von 34,4 % zeigt. Gewalt gegen Polizisten ist ebenfalls ein brisantes Thema, wobei die Fälle auf fast 6.400 gestiegen sind.
Diese Statistiken verdeutlichen, dass trotz eines insgesamt positiven Trends in der Kriminalstatistik einige Herausforderungen bestehen bleiben, die besondere Aufmerksamkeit erfordern. Das Polizeipräsidium Ravensburg wird weiterhin jährliche Statistiken zur Sicherheitslage veröffentlichen, um die Bürger umfassend zu informieren und auf potenzielle Risiken aufmerksam zu machen.