Ein 38-jähriger Mann wurde vom Amtsgericht Konstanz wegen eines vorsätzlichen Eingriffs in den Schiffsverkehr sowie Körperverletzung verurteilt. Die Strafe von sechs Monaten Freiheitsstrafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Zudem muss der Angeklagte ein Schmerzensgeld in Höhe von 800 Euro an das Opfer zahlen, wie der Südkurier berichtet.
Die Vorfälle ereigneten sich im vergangenen Sommer, als eine Gruppe junger Christen im Alter zwischen 16 und 23 Jahren mit einem Megafon auf dem Bodensee predigte. Währenddessen fühlte sich der Angeklagte durch das Geschehen gestört und rammte mit seinem Schlauchboot mehrfach das Boot der Predigergruppe. Dies führte zu einem Riss im Boot und dazu, dass ein junger Mann darüber ins Wasser fiel, wo er sich leichte Prellungen zuzog. Die Christen setzten einen Notruf ab, und die Polizei nahm den Täter fest.
Details zum Vorfall
Die Staatsanwaltschaft warf dem Mann nicht nur den gefährlichen Eingriff in den Schiffsverkehr vor, sondern auch Körperverletzung und Sachbeschädigung. Staatsanwältin Antje Böhler forderte eine Freiheitsstrafe von eineinhalb Jahren, eine Bewährungszeit von drei Jahren sowie ein Schmerzensgeld von 1000 Euro. Der Verteidiger Gerd Pokrop hingegen plädierte auf Fahrlässigkeit und hielt eine Geldstrafe von unter 90 Tagessätzen für ausreichend.
Richter Franz-Josef Klaiber hob hervor, dass der Angeklagte sich der Gefährdung der Insassen an Bord bewusst war. Das Gericht stellte in seiner Entscheidung fest, dass es unklar bleibt, ob der Vorfall absichtlich oder aufgrund eines Fahrfehlers geschah. Ein Alkoholtest ergab zudem, dass der Beschuldigte betrunken war. Bei einer anschließenden Hausdurchsuchung wurden mehrere Gewehre gefunden, was die Brisanz des Vorfalls zusätzlich erhöhte. Beide Seiten akzeptierten schließlich das Urteil, welches nun rechtskräftig ist, da weder die Verteidigung noch die Staatsanwaltschaft Berufung einlegten, wie SWR Aktuell berichtet.
Der Vorfall wirft Fragen über die Sicherheit auf dem Wasser auf und beleuchtet die Spannungen, die durch unterschiedliche Ansichten zu religiösen Praktiken entstehen können. Diese Ereignisse unterstreichen die Notwendigkeit, in der Öffentlichkeit respektvoll miteinander umzugehen, insbesondere in einem sensiblen Umfeld wie einem religiösen Event.