Der Liebherr-Konzern kündigte heute eine teils umfassende Verlagerung von Produktionsteilen seines Standorts in Bad Schussenried, Baden-Württemberg, nach Plovdiv, Bulgarien, an. Diese Entscheidung betrifft etwa 350 Mitarbeiter und ist eine Reaktion auf steigende Kosten sowie den wachsenden Wettbewerbs- und Kostendruck. Laut Merkur sehen sich zahlreiche Unternehmen herausfordernden wirtschaftlichen Bedingungen gegenüber, die durch die Konkurrenz, die bereits in kostengünstigeren Ländern produziert, weiter verschärft werden.
Die Verlagerung umfasst verschiedene Bereiche, insbesondere die Produktion und Entwicklung von Fahrmischern und Mischanlagen, sowie administrative Tätigkeiten. Der Fokus am Standort Bad Schussenried soll künftig auf der Herstellung von Betonpumpen und Messtechnik liegen. Die plangemäße Verlagerung wird bis 2028 schrittweise erfolgen, wobei der Stellenabbau sozialverträglich gestaltet werden soll, wie auch Schwäbische berichtet.
Hintergründe der Entscheidung
Die Entscheidung zur Teilverlagerung ergibt sich aus einer Analyse der aktuellen Marktbedingungen, die den Unternehmen im Bausektor stark zusetzen. Der konjunkturelle Einbruch in diesem Bereich hat die ökonomische Lage erheblich verschärft. Dies führt dazu, dass Unternehmen wie Liebherr gezwungen sind, die Produktionskosten zu senken. Wie in Merkur festgestellt wird, waren auch andere Liebherr-Standorte in der Region im vergangenen Jahr von Kurzarbeit betroffen.
Trotz der Verlagerung bleibt der Produktionsstandort Bad Schussenried langfristig erhalten. Liebherr hat in den letzten fünf Jahren erhebliche Investitionen in Höhe von rund 1,2 Milliarden Euro in der Region Oberschwaben/Allgäu/Bodensee getätigt. Dies unterstreicht die hohe Bedeutung dieser Region für das Unternehmen, da etwa 40 Prozent der weltweiten Belegschaft hier beschäftigt sind.
Situation in Plovdiv
In Plovdiv, Bulgarien, betreibt Liebherr bereits drei Werke, das erste wurde im Jahr 2000 eröffnet. Zudem produziert die Betontechnik-Sparte seit 2019 in einem eigenen Werk vor Ort. Aktuell sind mehr als 2000 Mitarbeitende im Großraum Plovdiv für Liebherr tätig. Diese strategische Entscheidung, Teile der Produktion nach Bulgarien zu verlagern, könnte dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens in einem zunehmend umkämpften Markt zu stärken.
Das Unternehmen, welches 1949 in Kirchheim an der Iller gegründet wurde und seinen Hauptsitz in Bulle, Schweiz, hat, ist in verschiedenen Branchen tätig, darunter Maschinenbau, Fahrzeugbau und Haushaltsgeräte. Mit einem jährlichen Umsatz von 12,6 Milliarden Euro zählt Liebherr zu den großen Akteuren der Branche. Das Produktprogramm der Liebherr-Mischtechnik GmbH umfasst neben Betonpumpen auch Fahrmischer und Mischanlagen.
Aktuell verlaufen die Verhandlungen mit dem Betriebsrat bereits, um einen einvernehmlichen Prozess für den Abbau der Stellen zu gewährleisten. Liebherr verfolgt das Ziel, den Strukturwandel so sozialverträglich wie möglich zu gestalten.