In der Nacht von Dienstag, dem 1. April 2025, auf Mittwoch, den 2. April 2025, ereignete sich ein Fahrzeugdiebstahl im Landkreis Ansbach, der die örtlichen Behörden auf den Plan rief. In Leutershausen wurde ein schwarzer Fiat Punto mit dem amtlichen Kennzeichen ROT-ZE 188 entwendet. Das Auto war verkehrsgerecht in der Hauptstraße abgestellt worden, als es um zirka 22:20 Uhr gestohlen wurde. Der Eigentümer bemerkte den Verlust erst am Mittwochmorgen.
Die Besonderheit dieses Fahrzeugs war eine Italien-Flagge auf der Frontstoßstange, was es möglicherweise für Diebe attraktiver machte. Die Ansbacher Kriminalpolizei hat die Ermittlungen zu diesem Vorfall aufgenommen und bittet um Hinweise aus der Bevölkerung. Zeugen, die etwas zu dem Diebstahl sagen können, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 0911 2112-3333 zu melden, wie [inFranken] berichtet.
Hintergründe zur Kfz-Kriminalität in Deutschland
Im Allgemeinen ist die Zahl der Fahrzeugdiebstähle in Deutschland 2023 deutlich angestiegen. Insgesamt 15.924 Pkw wurden dauerhaft entwendet, was einem Anstieg von 9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Dies zeigt, dass die Kfz-Kriminalität ein ernstzunehmendes Problem darstellt.
Besonders auffällig ist, dass zunehmend Fahrzeuge ausländischer Hersteller wie Toyota, Hyundai und Kia ins Visier von Dieben geraten. Die Sicherheitslage schlägt sich auch in der steigenden Anzahl entwendeter Lkw nieder, die um 48,4 Prozent auf 1.009 Fälle zugenommen hat. Klein-Lkw war besonders betroffen. Bei Wohnmobilen blieben die Fallzahlen weitgehend konstant, jedoch sind sie aufgrund der lukrativen Gewinnmöglichkeiten ein beliebtes Ziel für Täter.
Organisierte Kriminalität und die Rolle von Transitländern
Die Kfz-Kriminalität ist oft Teil eines größeren Netzwerkes international organisierter Verbrecherbanden. Osteuropa fungiert häufig als Ziel- und Transitregion für den Diebstahl und die Verschiebung von Fahrzeugen. Die Türkei spielt eine zentrale Rolle als Transitstaat für gestohlene Fahrzeuge, die in den Nahen und Mittleren Osten weiterveräußert werden. In den Vereinigten Arabischen Emiraten gibt es zudem einen bedeutenden Absatzmarkt für hochwertige, in Deutschland gestohlene Fahrzeuge und Kfz-Teile.
Europäische Häfen werden oftmals als Ausgangspunkte für den Transport gestohlener Fahrzeuge per Container in verschiedene Regionen verwendet, darunter Nord- und Westafrika. Die Tätergruppierungen sind gut vernetzt und zeigen eine klare Hierarchie, mit Spezialisierungen in den Bereichen Entwendung, Handel und Transport von Fahrzeugen.
Die Polizei und andere Behörden arbeiten eng zusammen, um diese Art von Kriminalität zu bekämpfen. Maßnahmen zur Verhinderung von Fahrzeugdiebstählen sind dabei wichtig. Beispielsweise sollten Fahrzeugbesitzer ihre Schlüssel nicht in der Nähe der Wohnungstür deponieren und diese in speziellen Aluminiumhüllen oder Boxen aufbewahren, um die Methode der „Keyless-Go“-Systeme zu umgehen, die Funkstreckenverlängerer nutzt, um das Signal des Fahrzeugschlüssels abzufangen.
Die gestiegenen Zahlen von Kfz-Ausschreibungen und Sachfahndungstreffern, die zwischen Deutschland und dem Ausland verzeichnet wurden, deuten darauf hin, dass intensivierte Grenzkontrollen gegen Schleusungskriminalität ebenfalls zur Bekämpfung der Kfz-Kriminalität beitragen können, so die Analyse des [BKA].